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Während in Deutschland bereits 1985 das sogenannte C-Netz eingeführt wurde, nahmen die digitalen Mobilfunknetze erst ab Ende 1992 den Betrieb auf und wurden seitdem kontinuierlich ausgebaut. Ein Netz von mehr als 50.000 Basisstationen sorgt heute dafür, dass (laut Mobilfunkbetreiber) weit mehr als 80 % der Fläche der Bundesrepublik Deutschland versorgt sind, d. h. von dort aus mobiles Telefonieren möglich ist.

Mit der Ersteigerung der UMTS-Lizenzen für rund 100 Milliarden DM durch die sechs Netzbetreiber wird in der Bundesrepublik eine neue Mobilfunkgeneration eingeleitet. Parallel dazu wird es notwendig sein, dass die Zahl der bereits vorhandenen Mobilfunkantennen wesentlich zu vergrößern. Experten gehen davon aus, dass eine Zahl 140.000 bis 160.000 Mobilfunkantennen in den nächsten Jahren in der Bundesrepublik Deutschland vorhanden sein werden.
 
Üblicherweise arbeitet eine Mobilfunkbasisstation im digitalen Netz mit 4 Trägerfrequenzen, die jeweils in 8 Zeitschlitze eingeteilt werden. Auf einer dieser Trägerfrequenzen wird praktisch kontinuierlich gesendet. Dieser Kanal wird auch BCCH (Broadcast Control Channel) genannt und dient dem Aufbau von Gesprächsverbindungen. Auf den anderen 7 Zeitschlitzen des BCCH können gleichzeitig bis zu 7 Telefongespräche abgewickelt werden. Sogenannte Non-BCCH sind Trägerfrequenzen für ausschließlich Telefongespräche und können über die 8 Zeitschlitze jeweils 8 Gespräche gleichzeitig abwickeln. Je nach Anzahl der Trägerfrequenzen sind die Basisstationen, also für 7 bis 31 simultane Telefongespräche konzipiert. Der Unterschied zwischen BCCH und Non-BCCH-Kanälen ist vor allem, dass während auf dem BCCH durchgängig mit voller Leistung gesendet wird, die Non-BCCH je nach Auslastung sehr unterschiedlich aktiv sind. Diese Aktivität hängt nicht nur von der Anzahl der gleichzeitigen Gespräche ab (bei gleichzeitig 7 Gesprächen oder nicht weniger sind die Non-BCCH-Kanäle also überhaupt nicht aktiv), sondern auch von der Qualität des Einzelgesprächs. Besteht zwischen dem Handy und der Basisstation eine sehr gute Verbindung, so findet eine Leistungsadaption statt und sowohl Handy als auch Basisstation senden mit geringerer Leistung; besteht eine schlechte Verbindung, so ist die Leistung höher. Dies führt dazu, dass die Sendeleistung einer Basisstation kurzzeitigen, starken Schwankungen unterworfen ist.

Ferner kann ein typisches Tagesprofil vermutet werden, da zu verschiedenen Tageszeiten unterschiedlich häufig telefoniert wird. Insbesondere während der Nacht sind Basisstationen weniger ausgelastet und damit die Sendeleistung geringer als Tagsüber. Die maximale Sendeleistung pro Trägerfrequenz liegt in der Regel bei 4 bis 10 W und hängt von der Größe und dem Charakter des zu versorgenden Gebietes ab. Theoretisch ist demnach an einem Standort für Mobilfunkbasisstationen, an dem mehrere verschiedene Basisstationen mit jeweils 4 Trägerkanälen installiert sind, eine Gesamtsendeleistung von 100 W denkbar.

Rechtsanwalt Prof. Dr. jur. Klaus Kniep (Heilbronn)
Kniep in Haus & Grund Württemberg 2001, Heft IX, S. 9 f. 98.



 

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